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Eine Bohrmaschine wird in ihrem Leben durchschnittlich nur wenige Minuten benutzt – gekauft wird sie trotzdem millionenfach. Wenn Sie das nächste Mal ein Regal aufhängen wollen, lohnt sich deshalb der Weg in die Stadtbibliothek Wuppertal. Dort können Sie seit zwei Jahren nicht nur Bücher entleihen, sondern auch Werkzeug, Küchen- und Gartengeräte.
Die „Bibliothek der Dinge“ funktioniert denkbar einfach: Mit dem normalen Leseausweis leihen Sie jedes Gerät für bis zu 14 Tage aus, pro Ausleihe fällt eine Gebühr von zwei Euro an, für hochwertige Geräte wie die Nähmaschine kommt eine Kaution von 20 Euro dazu. Reservieren sollten Sie rechtzeitig, denn besonders begehrt sind der Raclette-Grill vor den Feiertagen und der Hochdruckreiniger im Frühjahr. Wer unsicher ist, lässt sich das Gerät bei der Abholung kurz erklären. Beschädigte Geräte melden Sie einfach bei der Rückgabe; kleinere Reparaturen übernimmt das Haus. So sparen Sie Geld und Platz im Keller – und schonen ganz nebenbei wertvolle Ressourcen.
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Das Saarland will die Reparatur defekter Haushaltsgeräte künftig finanziell fördern. Wie das Umweltministerium in Saarbrücken am Dienstag mitteilte, soll im kommenden Jahr ein sogenannter Reparaturbonus eingeführt werden. Wer Waschmaschine, Staubsauger oder Handy in einer Fachwerkstatt reparieren lasse, solle die Hälfte der Rechnung erstattet bekommen, höchstens jedoch 100 Euro, sagte Ministeriumssprecherin Carola Weißgerber. Ziel sei es, die Lebensdauer von Elektrogeräten zu verlängern und die wachsende Menge an Elektroschrott zu verringern. Vorbild seien ähnliche Programme in Österreich, die dort gut angenommen worden seien.
Einzelheiten des Antragsverfahrens stünden allerdings noch nicht fest, so Weißgerber; auch die Zusammenarbeit mit den Werkstätten müsse noch geregelt werden. Der Landtag muss dem Vorhaben ebenfalls noch zustimmen. Starten soll das Programm nach jetzigem Stand im Frühjahr; einen genauen Termin nannte die Sprecherin nicht. Handwerkskammern begrüßten die Ankündigung, forderten aber ein unbürokratisches Verfahren: Der Bonus dürfe nicht an komplizierten Formularen scheitern, hieß es in einer ersten Stellungnahme.
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Gelbe Säcke voller Verpackungen erwecken den Eindruck, aller Kunststoff werde wiederverwertet. Tatsächlich werden in Deutschland nur rund 40 Prozent des Verpackungskunststoffs zu neuem Material verarbeitet. „Zwar arbeiten die Sortieranlagen inzwischen deutlich genauer, doch viele Verpackungen lassen sich kaum verwerten“, erklärt Annkathrin Lorbeer vom Institut für Kreislaufwirtschaft der Hochschule Hof.
Das Problem beginnt beim Produkt selbst: Ein Joghurtbecher besteht oft aus mehreren Kunststoffarten, dazu kommen ein Aluminiumdeckel und eine Papierbanderole. Solche Verbunde können die Maschinen zwar erkennen, aber nicht sauber trennen. Ein großer Teil der gesammelten Verpackungen wird deshalb verbrannt statt recycelt. Die dabei gewonnene Energie ersetzt zwar Kohle und Gas, doch der Rohstoff ist damit unwiederbringlich verloren. Hinzu kommt, dass aus gemischtem Material meist nur einfache Produkte wie Parkbänke oder Blumenkübel entstehen – für neue Lebensmittelverpackungen reicht die Qualität nicht aus. Die Forscherin fordert daher, Verpackungen von Anfang an aus einer einzigen Kunststoffart herzustellen. Erst dann werde aus dem gelben Sack ein echter Rohstofflieferant.
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Der Kinderhochstuhl ist zu klein geworden, das Fondue-Set seit Jahren unbenutzt: Die App „Umsonstkiste“ will dabei helfen, solche Dinge im eigenen Viertel weiterzugeben, bevor sie auf dem Sperrmüll landen. Wir haben die Plattform vier Wochen lang in Bamberg getestet.
Anmeldung und Bedienung sind erfreulich unkompliziert: Foto hochladen, kurze Beschreibung dazu, fertig. Schon nach wenigen Stunden meldeten sich die ersten Interessenten aus der Nachbarschaft. Die kostenlose Grundversion enthält alles, was man braucht, und überzeugte im Test auf ganzer Linie. Für 2,49 Euro im Monat gibt es ein Premium-Abo, das eigene Anzeigen hervorhebt und Suchaufträge speichert – wirklich nötig ist beides nicht. Entscheidend für den Erfolg ist ohnehin etwas anderes: der Umgangston in den Stadtteilgruppen. Wo Moderatorinnen und Moderatoren auf einen freundlichen Ton achten, klappt die Übergabe fast immer; wo Beiträge unbeantwortet bleiben, schläft der Tausch schnell ein. Innerhalb des Testmonats fanden auf diese Weise elf Gegenstände aus unserem Haushalt neue Besitzer. Unser Fazit: ausprobieren – es kostet ja nichts.